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Wintersportarten.info Eisschnelllauf
Eisschnelllauf
Eisschnelllauf ist eine sportliche Laufdisziplin, die auf dem Eis und auf Schlittschuhen ausgetragen wird.

1 Schlittschuhe und Bekleidung

Eisschnellläuferin
Schnellaufschlittschuhe, Modell aus den 80er
Schnelllauf-Schlittschuhe haben bis unterhalb des Fußgelenkknöchels reichende Schnürschuhe aus Ziegenleder. Die langen Stahlkufen, auch "Brotmesser" genannt, sind bis 45 Zentimeter lang und haben eine Dicke von etwa 1,0 Millimetern. Die Lauffläche hat einen Planschliff mit einer schwachen Kurvung in Längsrichtung, die es ermöglicht durch die Kurven zu laufen. Die Spitze ist gerundet, das Ende nach hinten abfallend.

Der letzte Entwicklungsstand ist hier der Klappschlittschuh, bei dem die Kufe beim Anheben der Ferse bei gestrecktem Stoßbein hinten abklappt und erst beim endgültigen Abheben wieder zurückgezogen wird. Damit kann die Kufe über einen längeren Weg und mit abgehobener Ferse zum Abstoßen auf dem Eis belassen werden. Vor allem auf Langstrecken wird davon profitiert.

Herkömmliche Schlittschuhe sind ab 150 Euro erhältlich, für Klappschlittschuhe (Schuhe und Kufen) sollte man ab 500 Euro einplanen. Neueste Hightech-Entwicklungen mit individueller Anpassung (etwa für Anni Friesinger) können aber 2000 Euro und mehr kosten.

Die ursprüngliche Bekleidung waren wollene Strumpfhosen und enganliegende Pullover sowie eine die Ohren überdeckende Mütze. Der schweizer Architekt und Läufer Franz Krienbühl entwickelte 1974 aus aerodynamischen Überlegungen einen einteiligen hautengen Anzug, der anfänglich eher amüsiert verspottet wurde. Als Krienbühl mit diesem Anzug als 47-jähriger den achten Platz bei den Olympischen Spielen 1976 erreichte, änderte sich jedoch diese Einstellung sofort. Seither tragen alle Läufer diesen Einteiler.

Viele Eisschnellläufer sind barfuß in ihren Schlittschuhen, weil sie so den Untergrund besser fühlen, was bei der Erbringung von Höchstleistungen entscheidend sein kann.

2 Laufstil

Im Gegensatz zum rückseitigen Abstoßen beim Kunstlauf und Eishockey stößt sich der Eisschnellläufer auf gerader Strecke mit den Beinen zur Seite ab, wobei die Kufe in ganzer Länge mit der Eisfläche in Kontakt bleibt. Durch den eingeschliffenen Bogen in den Kufen und durch einen ständigen Wechsel von der Außen- auf die Innenkante führt diese Technik zu einer flachen, S-förmigen Laufspur, dennoch wird damit die größtmögliche Geschwindigkeit auf dem Eis erreicht. In Kurven stößt sich das kurveninnere hinter dem kurvenäußeren Bein gegen die Fliehkraft ab. Dieser Vorgang wird "Übersetzen" genannt.

Um sich mit den Beinen genügend abstoßen zu können, müssen Eisschnellläufer tief in die Hocke gehen. Gleichzeitig erfordert dies zum Gleichgewichtsausgleich das Vorbeugen des Oberkörpers. Daraus ergibt sich die typische "Krummbuckel"-Laufhaltung dieser Sportart. Damit verlagert sich günstigerweise auch der Schwerpunkt nach unten, was das schnelle Durchfahren von Kurven gegen die Fliehkraft erleichtert.

Spitzensportler erreichen auf Schlittschuhen über mehrere Kilometer bzw. etliche Minuten eine Dauergeschwindigkeit von 45 km/h, im Sprint kurzzeitig bis über 60 km/h.

3 Laufbahn

Die Wettkampfbahn ist eine 400 Meter umfassende, ovale Bahn, auf der zwei Laufspuren abgeteilt sind. Es laufen immer zwei Läufer(innen) wechselnd auf der Innen- und Außenbahn, wobei die Startpunkte dem Längenunterschied entsprechend zwischen Innen- und Außenbahn versetzt sind. Im Verlauf des Wettkampfes wechseln die Läufer(innen) auf der Wechselgeraden (ca. 100 m) in jeder Runde die Bahn. Damit wird die Länge der gelaufenen Strecke ausgeglichen.

4 Laufstrecken und Wertung

Es werden festgesetzte Streckenlängen gelaufen. Übliche Einzelstrecken sind 100, 500, 1.000, 1.500, 3.000, 5.000 und 10.000 Meter, bei nationalen und Nachwuchswettbewerben auch andere. Bei den Junioren gibt es zum Beispiel Strecken wie 100, 300, 500 und 700 Meter.

Sprint-Mehrkämpfe werden über die je zweimal gelaufenen Strecken von 500 und 1000 Meter ausgetragen, Vierkämpfe über die Strecken 500, 1.500, 3.000, und 5.000 Meter (Frauen) und 500, 1500, 5000 und 10.000 Meter (Männer). Zur Unterscheidung vom Großen Vierkampf der Männer ist wegen der kürzeren Langstrecke bei den Frauen die Bezeichnung Kleiner Vierkampf üblich. Da dort bei EM und WM bis 1982 die Strecken 500, 1000, 1500 und 3000 Meter gelaufen wurden (ab 1983 ist statt der 1000- die 5000-Meter-Strecke im Programm), werden diese Wettkämpfe heute als Mini-Vierkampf bezeichnet. Allgemein heißen die Vierkämpfe wegen ihres Charakters als Vielseitigkeitsprüfung auch Allround-Mehrkämpfe.

Das Endklassement ergibt sich ausschließlich aus den erzielten und auf 500-Meter-Distanz umgerechneten Zeiten, nicht aus der Platzierung in den Einzelläufen. Dabei erhält jede Strecke die Punktwertigkeit der 500 Meter (kürzeste Strecke), indem die erzielte Zeit durch jene Zahl geteilt wird, wie die Strecke Vielfaches von 500 Meter ist, und zum Punktkonto addiert wird (Beispiel: 2:09,6 Minuten, also 129,6 Sekunden, über 1.500 Meter werden durch 3 geteilt und gehen mit 43,2 Punkten in den Mehrkampf ein).

5 Internationale Wettkämpfe

Vom internationalen Dachverband ISU (International Skating Union) werden jährlich Weltmeisterschaften, Europameisterschaften und eine Serie von bis zu zwölf Weltcups ausgetragen. Die ISU registriert Weltrekorde über alle WM-Strecken. Eisschnelllauf ist eine Olympische Sportart und gehört seit 1924 zum Programm der Olympischen Winterspiele.

Zum Programm bei Olympischen Winterspielen und Weltmeisterschaften gehören 500 m, 1.000 m, 1.500 m, 3.000 m (nur Frauen), 5.000 m und 10.000 m (nur Männer) sowie die Mannschaftsverfolgung.
  • Marathonwettkämpfe über Distanzen von 10 bis 100 Kilometer gehören nicht zum Programm bei internationalen Meisterschaften, erfreuen sich aber in Ländern wie den Niederlanden oder Norwegen großer Beliebtheit. Im Unterschied zu den vorgenannten Rennen ist hier auch Massenstart möglich. Ein nur in strengen Wintern stattfindender Klassiker auf Natureis ist die 200 km lange Elf-Städte-Tour in Friesland (Niederlande).
  • 2004 wurden die seit 2000 bei Junioren-WM ausgetragenen Mannschaftsrennen ins Programm von WM und Olympischen Spielen aufgenommen. Dabei laufen drei Sportler zusammen und kommen mittels Führungswechsel und Windschattenlaufen auf höhere Geschwindigkeiten als Einzelläufer. Die Distanz beträgt für Frauen 6 Runden (ca. 2.310 m) und für Männer 8 Runden (ca. 3.080 m). Gewertet wird der letzte Läufer.
  • Eisschnelllauf bei den Olympischen Spielen
  • Eisschnelllaufweltmeisterschaften der Frauen (Sprint)
  • Eisschnelllaufweltmeisterschaften der Frauen (Allround)
  • Eisschnelllaufweltmeisterschaften der Frauen (Einzelstrecke)
  • Eisschnelllaufweltmeisterschaften der Männer (Sprint)
  • Eisschnelllaufweltmeisterschaften der Männer (Allround)
  • Eisschnelllaufweltmeisterschaften der Männer (Einzelstrecke)
  • Eisschnelllaufeuropameisterschaften der Frauen
  • Eisschnelllaufeuropameisterschaften der Männer
  • Gesamtweltcupsieger im Eisschnelllauf

6 Bekannte Eisschnellläuferinnen und -läufer

Ein Ranking nach verschiedenen Bestzeiten für Frauen und Männer gibt der Adelskalender wieder. Weitere Läufer siehe Liste bekannter Eisschnellläufer.

7 Statistik


Während sich bei den Männern die internationalen Erfolge relativ gleichmäßig auf mehrere Nationen verteilen, gibt es bei den Frauen seit den 1980er Jahren eine erdrückende Dominanz der Läuferinnen aus der damaligen DDR, seit 1990 aus dem wiedervereinigten Deutschland.
Sie rangieren damit weit vor den traditionellen Eislaufnationen Niederlande und Norwegen sowie den erfolgreichen Schnelllaufnationen USA, Kanada und frühere UdSSR bzw. deren Nachfolgestaaten. Von 1980 (Einzelstrecken-WM seit 1996, 2002 ausgefallen, Team seit 2005) bis 2002 (Olympia) bzw. 2005 (WM) gewannen die deutschen Läuferinnen
  • 51 von 99 vergebenen olympischen Medaillen (51,5%)
    • davon 15 der 33 möglichen Olympiasiege (45,5%)
  • 78 von 156 WM-Medaillen im Sprint- und Allroundmehrkampf (50%)
    • davon 36 von 52 Weltmeistertiteln (69,2%)
  • 63 von 138 WM-Medaillen auf den Einzelstrecken (inklusive Teamwettkampf 2005) (45,7%)
    • davon 29 von 46 Weltmeistertiteln (63%)
  • Seit Beginn der Weltcups 1986 gewannen sie 237 aller 582 Einzelrennen (40,7%)
    • davon 88 von 122 auf den Langstrecken (3000/5000 m) (72,1%)

Allein Gunda Niemann-Stirnemann gewann bis einschließlich 2005 99 (und damit 17%) aller seit Beginn gelaufenen Weltcuprennen sowie 19 von 84 (23%) aller Weltmeistertitel seit ihrer ersten WM-Teilnahme 1989.

Seit 1981 stellten die deutschen Damen insgesamt 65 Weltrekorde in allen Disziplinen auf, wovon allein 19 auf Gunda Niemann-Stirnemann und 10 auf Karin Enke entfallen.

8 Nationale Verbände
  • in Deutschland die Deutsche Eisschnelllauf-Gemeinschaft DESG
  • in Finnland Suomen Luisteluliitto / Finnish Speed Skating Association
  • in den Niederlanden: Koninklijke Nederlandse Schaatsenrijders Bond KNSB
  • in Norwegen: Norges Skøyteforbund
  • in Russland:The Russian Skating Union
  • in Schweden: Svenska Skridskoforbundet
  • in der Schweiz der Schweizer Eislauf-Verband

Dieser Artikel und darin enthalten Bilder basieren auf dem Artikel Eisschnelllauf aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU License für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
 

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